keine Plastiktüten…

Ich bin ja schon lange ein Verfechter davon, auf Plastiktüten zu verzichten. Selten vergesse ich noch meinen Beutel und greife noch seltener und nur, wenn es keine Alternativen gibt auf die ungeliebten Plastiktüten zurück. Nicht nur der Müll, der durch die  Beutel entsteht sind ein Grund die Finger davon zu lassen. Der Tragekomfort lässt auch deutlich zu wünschen übrig.

Neben diesem Anliegen, welches ich im Alltag schon länger versuche in Taten umzusetzen, habe ich auch nach einer kreativen Idee gesucht für einen Basar, der einmal im Jahr vor Weihnachten statt findet. Bei diesem wird das eingenommene Geld einem lokalen Projekt gespendet. Letztes Jahr habe ich hierfür Seife gegossen und mit unterschiedlichen Ölen und Pflanzenzutaten verfeinert, sowie Trockenshampoo.

Dieses Jahr wollte ich etwas Praktisches nähen. Was bietet sich bei der aktuellen Diskussion mehr an, als den Einkäufern auf dem Basar auch die Tasche zum nach hause tragen, anzubieten.

Die ersten beiden Taschen sind bereits fertig. Das Dekorieren der Taschen ist eine wunderbare Möglichkeit, einige schöne Technikübungen zu verarbeiten.

So habe ich meinen selbst gefärbten grünen Stoff mit einem ersten Motivpatchwork verziert und eine Tasche daraus gemacht.

Farbenspiele und Experimente

Auch wenn ihr im Moment nicht viel von mir hört, habe ich doch eine sehr produktive Zeit. Es kommen nur leider sehr wenige vorzeigbare Produkte dabei heraus, da es sich zum größten Teil um Experimente und Übungen handelt. Trotzdem möchte ich euch einen kurzen Abriss der letzten Tage und Wochen geben. Wobei ich nicht alles zeigen kann, denn manches ist noch nicht fertig und ich würde gerne das ganze Projekt vorstellen.

Deswegen jetzt ein kurzer Abriss der letzten Wochen

  1. Patchwork

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Ich wollte das mit dem sauberen Patchen üben. Außerdem noch ein wenig Freihandquilten. Das ganze habe ich dann auf ein Holzbrett aufgespannt und mit Bändern bespannt. Befestigt ist das ganze mit Dekorativen Polsternägeln. Es sah danach noch etwas langweilig aus, weswegen die Fischchen noch Augen bekommen haben. Die Blöcke sind übrigens nicht quer, sondern von oben nach unten angelegt. Das führt „leider“ zu einem Fischchen, das aus der Reihe tanzt 😉

 

2. Freihandsticken oder Freihandquilten

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Vom Stoffmarkt habe ich mir eine dünnes aufbügelbares Vlies mitgebracht. Die leicht verzogene Optik ist zum Teil dem Foto geschuldet, zum anderen dem Umstand, dass ich keinen stretchigen Stoff hätte nehmen sollen. Das Ganze ist auf einem Blatt (200g/m2) aufgenäht. Daher kommt auch das kleine Problem, dass ich beim Abschluss des Schrägbandes hatte.

 

3. Färben und Bemalen

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Ich experimentiere gerade mit unterschiedlichen Möglichkeiten, aus einfarbigem Stoff mehrfarbigen herzustellen. Das grüne, was hier zu sehen ist, war ein Experiment mit der Sprühpistole und Textilfarbe. Die Schmetterlinge oben, sind Schabloniert und ich habe herausgefunden, dass Shibori in der Waschmaschine besser klingt als es ist… der Stoff ist, statt schwarz mit Aussparungen, ziemlich einheitlich grau geworden.

 

4. Kleidung und Accessoires

Natürlich gehört auch das immer mit auf meine ToDo. Neben einem schwarzen Basishirt, das mir wieder einmal nicht so gut gefällt, wie ich es mir wünschen würde, habe ich heute morgen einen Schal genäht. Wobei umnähen der richtigere Begriff wäre. Allerdings hat er eine Erwähnung verdient, denn das Entfernen der Fäden für die Fransen hat nicht nur Arbeit, sondern auch eine Menge Dreck gemacht. Die Pünktchen sind zusätzlich eingewebt und die kleinen Flusen werden mich sicherlich noch ein paar Tage begleiten.

Das erste Mal: Stoffmarkt

Heute war es soweit. Schon lange wollte ich mal auf einen Stoffmarkt gehen. Entweder hatte ich bislang keine Zeit oder den Termin verpasst.  Also früh aufstehen und los geht es. Für ein Projekt, dass ich gerade plane, brauche ich noch ein paar spezifische Sachen, die ich gerne live sehen würde. Dazu gehört auch ein Vlies zum Quilten, was wirklich dünn ist, aber dennoch einen dreidimensionalen Effekt ermöglicht. Außerdem ein paar Kurzwaren und weiße Baumwolle. Auch das für ein Projekt, an dem ich gerade arbeite. Zur Zeit bin ich an einigen Baustellen beschäftigt. 🙂

Bevor ich losgegangen bin, hatte ich mich noch etwas kundig gemacht, was mich wohl erwarten wird.  Dabei wurde häufiger erwähnt, dass es sich um viele Nähbegeisterte handelt und es durchaus zu Gedränge kommt.

Ein paar Minuten vor 11 Uhr fand ich mich an dem Ort des Stoffmarktes ein. Überrascht war ich darüber, dass zu der Uhrzeit bereits einiges los war. Auch die Größe des Marktes hat mich überrascht. Erst einmal darüber gehen, um zu sichten? Da bin ich ja schon müde, bevor es richtig losgegangen ist. Also an ein Ende des Maktes und los geht es. Mein Vlies bereits am zweiten Marktstand erstanden und weiter zur Kür. Die Auswahl an Kurzwaren war wirklich gut. Allerdings hatte ich mir von der Garnauswahl ein wenig mehr erhofft. Aber dafür habe ich ja noch meinen Onlinehändler.

Das meiste an Meterware hat mich nicht beeindruckt. Die Preise waren fair und so, wie ich es gewohnt war. Beeindruckt war ich von einem wunderschönen douple gauze in schwarz grau. Der Preis hat mich wirklich umgehauen und so wanderte ein Drittel meines Budgets in ein paar Meter. Der Stand war toll, die Qualität dort umwerfend und ich hätte auch noch den Rest meines Geldes dort lassen können. Es ist aber keine Gute Idee die Stoffkiste noch mehr zu füllen ohne einen Plan, was daraus entstehen soll. Noch ein paar Patchworkcoupons, die ich auch schon online gesehen habe. Online hätte ich sie nicht gekauft. So konnte ich schauen, ob sie auch wirklich zusammen harmonieren. Fotos habe ich keine. So spannend sind meine Einkäufe nicht, zumindest nicht auf dem Foto.

Was mir gut gefallen hat, war die Stimmung auf dem Markt. Es war wirklich eng und es waren viele Frauen da. Aber alles wirkte entspannt, kaum jemand wirkte gestresst. Von der im Voraus befürchteten Ellenbogenmentalität habe ich nichts mitbekommen. Normalerweise meide ich Veranstaltungen mit so vielen Leute. Auf so engem Raum, aber dies war eine, die sich so gerne wiederholen darf. Das gute Wetter hat dabei sicher auch seinen Anteil gehabt.

Die Empfehlung Männer zu Hause zu lassen, kann ich nur unterstützen. Allerdings würde ich es noch um Hunde erweitern. Die Männer können uns Nähfreudigen aus dem Weg gehen und werden in der Regel so „geparkt“, dass wir sie nicht übersehen. Bei dem nicht mal kniehohen Tier, über welches ich fast gestolpert bin, war beides nicht der Fall. Wer dabei den Kürzeren gezogen hätte, dürfte nicht schwer zu erraten sein. Wobei es an uns beiden wohl nicht schadlos vorüber gegangen wäre. Ich hatte mit Kindern und Ehemännern gerechnet. Damit leider nicht.

Toll fand ich eine Gruppe begleitender Männer, welche sich freuten, dass es auch „Werzeuge“ gibt. Hach, schaut mal in die Ausstattungskisten, Truhen, Schachtel, oder ähnliches der Damen, die ihr begleitet 😀

Alles in allem nicht mein letzter Markt. Aber mit einem größeren Budget würde ich nicht hingehen… Das würde gefährlich 😉

Muttertagsgeschenk

In zwei Wochen ist es soweit. Muttertag steht vor der Tür. Vor einiger Zeit hat meine Mutter mich gebeten, die Augen nach einer schönen Tasche aufzuhalten, möglichst in braun , nicht zu groß und nicht zu klein.

Ohne das sie etwas davon weiß, machte ich mich auf die Suche nach einem Schnittmuster und stolperte über die Schnabelina Bag. Ich habe sie früher schonmal gesehen und fand das Ganze für meinen Geschmack zu bunt. Aber wofür näht man, wenn man nicht selber die Entscheidungen über Farbe und Gestaltung treffen könnte.

Also ran an die Nähmaschine. Der Oberstoff ist bei meiner Tasche ein Kunstleder, das hellere Material ist Wachstuch. Reißverschlüsse und unauffällige Nähte sind in schwarz gehalten, ebenso wie die Schulterbänder. Hier und da dienen Schrägbänder als kleine Auflockerung und „Farbklecks“

 

Das Innenfutter ist aus taube-farbiger Baumwolle. Die Unterteilung habe ich mit Schabracke hinterlegt, was mir nicht so wirklich gut gelungen ist. Beim Nähen hat sich eine Falte gelegt, die ich am Ende nicht mehr heraus bekommen habe. Um den Boden später besser in Form zu halten, habe ich das Stück des Futters ebenfalls mit Schabracke hinterlegt. Damit zu arbeiten war wirklich mal interessant. Die gesamte Verarbeitbarkeit der Baumwolle verändert sich. Nächstes Mal werde ich die Einlage evtl. erst mal mit Sprühkleber befestigen, damit es nicht wieder zu so einem Faltenwurf kommt.

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nicht zu sehen ist der Reißverschluss auf der anderen Seite.

Beim Wenden gab es kleinere Probleme, worunter der Oberstoff am Rand gelitten hat. Das war nach erster Verzweiflung und Ärger mit ein paar Stichen auch wieder schnell behoben.

Insgesamt ein schöner Schnitt. Das E-book dazu macht es wirklich gut machbar. Vielleicht habe ich ja mal wieder Lust auf ein solches Projekt, dann bekomme ich auch so eine Tasche.

Wieder zurück

Ich war seit 8 Monaten nicht mehr aktiv. Das hing auch damit zusammen, dass ich beruflich ziemlich viel zu tun hatte und auch privat ziemlich eingespannt war.

Doch der Hauptgrund für meine Abwesenheit war der Umstand, dass ich keine Lust mehr auf meine Nähmaschine hatte. Ich habe bislang auf einer Silvercrest Nähmaschine genäht. Die ist sicherlich gut, um herauszufinden, ob das Nähen einem Spaß macht. Zumindest mir machte die Maschine keinen mehr. Also habe ich lange recherchiert, in unterschiedlichen Blogs gelesen, mich für eine Marke entschieden… Aber irgendwie konnte ich mich trotz wirklich guter Angebote nicht überwinden eines der bevorzugten Modelle zu bestellen.

In einen Laden wollte ich nicht, auch wenn ich weiß, dass ein Probenähen eigentlich obligatorisch ist. Aber ich würde mich dort sicherlich unwohl fühlen und versuchen das Ganze so schnell wie möglich hinter mich zu bringen. So geht es mir in allen kleineren Läden, in die ich mit einer nicht ganz konkreten Idee hineingehe. Also bleibe ich beim Online kaufen.

Als ich in einigen Blogbeiträgen über die Marke Janome gestolpert war und dort eigentlich nur Gutes gelesen habe, schaute ich mir zum ersten Mal diese Maschinen an, und fand den „Allesfresser“ den ich suchte. Ich brauche eine Maschine, mit der ich Kleidung und Taschen nähen, Nadelmalen und auch Patchworken und Quilten kann. Außerdem hätte ich gerne auch ein paar Dekornähte, einen verstellbaren Nähfußdruck und einen (für Nadelmalen und andere Freihandarbeiten unverzichtbaren) versenkbaren Transporteur. Und da war sie.

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Die Janome QDC 5120. Online waren über sie leider nicht viele Informationen zu beziehen, aber die etwas kleinere Version hatte ganz gute Bewertungen und trotz der geringen Informationen habe ich mich spontan verliebt.

Nachdem das gute Stück angekommen war, zeigte sich, dass die Liebe auf Gegenseitigkeit beruht. Wir haben schon einige sehr schöne Stunden miteinander verbracht. Alles, was mir bislang schwierig erschien ist mit einer vernünftigen Maschine in Reichweite gerutscht. Sei es das vernünftige Versäubern und Säumen von Jersey ohne Overlock, sehr sauberes Patchwork, Freihandquilten und Freihandnähen, …

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Ein Teil des Zubehörs, das ich schon ausprobiert habe. Allerdings gehörte nur ein Teil davon zur Standardausstattung. 

Ich dachte immer, wer braucht schon automatisches Vernähen und einen Fadenabschneider. Beim Quilten war es ein Traum, die Linie nicht abbrechen zu müssen, sondern einfach nur zu unterbrechen, wenn ein Fisch vorbeischwamm (vielleicht zeige ich euch noch mein kleines Quiltbild bei Gelegenheit :-)) Den Freihandfuß die imaginäre Linie weiterführen und weitergeht es. Also zwei Funktionen, die ich nicht mehr missen möchte.

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Der Anschiebetisch war als Zubehör dabei. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, mir so einen Extra zu kaufen, aber das Arbeiten macht damit auf jeden Fall Spaß.

Die Beleuchtung ist ganz okay, aber wenn es dunkel wird, braucht es schon noch eine zusätzliche Beleuchtung. Da ich aber sowieso mit Tageslichtbeleuchtung am Arbeitstisch ausgestattet bin, ist das kein Problem. IMG_0191

Die Bedienung ist auch für einen fortgeschrittenen Anfänger wie mich intuitiv und ich habe mich relativ schnell hinein arbeiten können. Weniger glücklich war ich, dass ich keine online Version der Bedienungsanleitung gefunden habe. So etwas schaue ich mir gerne im Vorfeld an und habe ich auch gerne als PDF auf meinem Rechner um schnell mal etwas nachschlagen zu können oder sie durchsuchen zu können.

Was mir sehr gut gefällt, aber das findet sich an den meisten Computernähmaschinen, ist die Empfehlung für einen Nähfuß. Jetzt denke ich auch immer ans Nähfüßchentauschen. Auch der automatische Nadeleinfädler ist schon fast Standart bei diesen Nähmaschinen. In den meisten Fällen funktioniert er und es ist tatsächlich sehr entspannt mal eben den Faden herumlegen, am Hebel ziehen und den Faden nur noch durchziehen. Aber auch bei feinen Nadeln ist das Einfädeln mit der guten Beleuchtung kein Problem.

Laut meiner Mitbewohnerin scheint die Maschine auch recht leise zu sein. Allerdings fehlt und da der Vergleich, denn meine Vorgängermaschine wurde von mir nach 21:00 Uhr nicht mehr benutzt, um nicht die gesamte Nachbarschaft in unserem hellhörigen Haus wachzuhalten.

Diese Nähmaschine wird aber nicht aus der Hand gegeben, außer an liebe Menschen, die ebenfalls herausfinden wollen, ob Sie die Geduld für dieses Hobby aufbringen 🙂 Denn meine 3 Wochen Erfahrung mit einer Computernähmaschine sollen erst der Anfang sein und ich bin gespannt, wie Störungsanfällig die viele Technologie in dem Gerät sein wird oder ob sie, wie ich hoffe näht und näht und näht…

 

Upcycling: aus einer Damenbluse wird ein Babykleidchen

In meiner zu Nähen Kiste befand sich eine Bluse. Ich habe diese Bluse wirklich gerne getragen, allerdings war klar, dass ich sie nicht mehr tragbar hinbekomme. Leider war im Saum ein Riss und ich hätte deutlich an Länge verloren, wenn ich diesen geflickt hätte. So lag die Bluse einige Zeit herum und hat nun einen neuen Verwendungszweck bekommen. Das Material ist dunkelblaue Viskose, nur leicht dehnbar und mit einem leichten Webmuster.

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Zunächst habe ich alle Borten, Bänder, Knöpfe und Schrägbänder entfernt. Danach die Teile ausgeschnitten und alles verziert.

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Am Bild sieht man den Schnitt für den Hoseneinsatz. Ich habe die Teile (eines Bodys) auf der gleichen Höhe vom Bauch eingefaltet und hatte so einen Drittel Schnitt.

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Danach wurde es  zu einem kleinen Babyjumpsuit/Babykleidchen in Größe 62/68 zusammen genäht. Der Schnitt ist an sich Größe 68. Da das Material aber nur leicht dehnbar ist und damit nicht wie Jersey nachgibt, wird es wohl eher als Größe 62 durchgehen.

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Aber jetzt nochmal zurück zum Schnittmuster. Die Ausgangslage für das Kleidchen waren zwei Schnittmuster. Für den Hoseneinsatz habe ich einen Babybodyschnitt der Ottobre genommen. Für das Kleidchen habe ich das Raglanshirt von Mamahoch2 genommen und nach unten hin verbreitert. Beides habe ich getrennt genäht und anschließend nur noch in der richtigen Höhe zusammen gefügt. Das mit der richtigen Höhe war tatsächlich ein kleines Problem. Da helfen doch fertige Schnittmuster sehr. Aber ich bin ganz zufrieden. Es ist sicherlich nicht perfekt, aber doch für einen selbsterarbeiteten Schnitt ganz gut gelungen.

Das einzige Material, was ich zusätzlich zur Bluse und ihrer Bestandteile genommen habe war Nähgarn, Jerseydruckknöpfe und ein bisschen Vlieseline um hinter den Druckknöpfen etwas mehr Halt zu haben.